gedanken zum ipad

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gedanken zum ipad

Beitragvon bernd am 01.02.2010 06:29

hallo zusammen,

vorweg: das ipad gehört im prinzip in die ecke "hardware". das, was mich dazu beschäftig ist aber allgemeinerer natur und passt meines erachtens ganz gut in die lounge. der eine oder andere gedanke ist sicher auch etwas kontrovers. gerade deshalb würde ich mich auf eure statements freuen :-)

mein verhältnis zu computern ist vermutlich anders, als das der meisten anwender (von ausnamen in diesem forum abgesehen :-) ). das mag daran liegen, daß ich einen guten teil der technischen entwicklung hautnah miterleben konnte. die umstände meiner biographie ließen mich zb. erfahrungen mit einer IBM360 machen. ebenso hatte ich gelegenheit, "neue" produkte recht schnell selbst in der hand zu halten und damit arbeiten zu können. ob das nun programmierbare hp-taschenrechner (hp33c, hp41c, ...), homecomputer wie C64, Sinclair QL, Atari, oder der HP-150 Personalcomputer mit berührungsempfindlichem monitor (realisiert mit infrarot-lichtschranken) waren: es galt, eine faszinierende welt zu entdecken.

im rückblick meine ich, daß die 70ger und 80ger wohl die innovativste zeit in der computergeschichte waren. was wir seither versuchen, ist, das bestehende schneller, effizienter und kleiner zu bekommen. etwas wirklich bahnbrechendes, das unser leben derartig auf den kopf gestellt hätte, wie zb. die erste cpu auf einem einzigen chip, war schon lange nicht mehr zu vernehmen.

ein nebeneffekt der kontinuierlich verbesserten hard- und software ist mittlerweile ein anderer umgang mit den zu verarbeitenden daten selbst. seit einigen jahren digitalisieren wir ganz selbstverständlich die unterschiedlichsten medien und machen sie so schnell und unkompliziert der welt verfügbar. musik via mp3-player zu hören ist schon normal. ganz zögerlich kommen auch die ersten bücher in der digitalen welt an (wobei ich ein buch am liebsten immer noch gedruck in der hand halte, es aber ungemein praktisch finde, wenn ich fachliteratur, handbücher, dokumentationen, usw. elektronisch vor mir habe).

das alles ging bislang auch schon mit verschiedenem gerät (mp3-player, ebook-reader) oder kombiniert in produkten wie dem iphone (auch wenn da das lesen von büchern nicht ganz so entspannend ist :-) ). was jetzt mit dem ipad so ganz unauffällig dazugekommen ist, ist die möglichkeit, eine tageszeitung zu lesen. klingt banal, ist es aber nicht, da an dieser stelle ein neuer markt entstehen wird.
seit einiger zeit schon brechen den zeitungsverlagen die umsäzte weg und viele traditionsunternehmen befinden sich in krisen. einige zeitungen haben sich auf reine online-ausgaben beschränkt. so zb. die seattle post intelligencer. die "pi" wurde 1863 als seattle gazette gegründet und stellte nach 146 jahren ihre gedruckte ausgabe ein.
das ipad schafft nun eine plattform, mit der man tageszeitungen (und zeitschriften) in einem abo-modell drahtlos beziehen kann. sicher wird dieses modell nachteile für eine ganze reihe von branchen haben, bietet aber auch den vorteil, resourcen zu schonen, weil ein lesegerät unzählige printmedien täglich aktuell vorhalten kann. in deutschland erscheinen zur zeit ca. 10.000 titel mit einer gesamtauflage von etwa 400 millionen exemplaren. man stelle sich dieses potential vor!

und um noch einen sprung in die zukunft zu machen:
vor 4 tagen twitterte brent spiner (star trek > data), daß ihn das ipad stark an captain picard erinnere, der im readyroom der enterprise mit ähnlichen computer zugange ist. vielleicht ist das auch nur eine frage der zeit, bis wir mit einem sprachgesteuerten ipad der x-ten generation auf das gesamte wissen unserer zivilisation zugreifen können.

man darf gespannt sein.

grüße
bernd
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Re: gedanken zum ipad

Beitragvon Martin Körber am 01.02.2010 08:26

Na dann geb ich mal meine Gedanken zum IPad und co weiter.

Ich als Jahre langer computer freak bin etwas in angst was die entwicklung dieser geräte angeht. Sie sind toll, leicht zu steuern und auch für leute ohne computerwissen einfach zu bedienen. Apple halt. Was mich allerdings stört ist die einschränkung AppStore. Es kommt nur die software zum einsatz die bei der firma apple gunst gefunden hat. Das heißt wenn firma xy z.b. die seattle zeitung gegen apple schreiben würde könnte es passieren das die app den weg aus mysteriösen gründen nicht auf das ipad bzw den appstore findet. mir gefällt hier die zensur apple nicht, wie wir ja schon in iphone zeiten erleben durften, das immer wieder apps verboten wurden. Z.b netshare. Wahrscheinlich kennt die software kaum einer, aber die software hat das iphone schon seit der ersten version befähigt als modem zu agieren. Warum wird so etwas verboten?

Natürlich kennen wur solche software filterung schon lange durch den Index, aber hier bin ich nun der willkür einer firma ausgesetzt. Ebook readee ist was tolles, aber wer entscheidet was ich lesen darf und nicht.

Versteht mich nicht falsch technisch gesehen finde ich das ipad toll, aber mir geben so manche entwicklungen schon auch zu denken.

Gruß Martin
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Re: gedanken zum ipad

Beitragvon deif am 01.02.2010 10:11

hallo zusammen

ich habe meiner begeisterung zum ipad ja schon ausdruck gegeben. wie immer ist es ja die erste generation eines neuen geräts von apple. wenn ich an den ersten ipod denke... vielen dank, das war rückblickend weder revolutionär, noch besonders handlich. und heute ist das teil mitverantwortlich für milliardenumsätze im hause apple! oder das iphone der ersten generation war auch nicht gerade erste sahne. erst ab der dritten generation wurde das iphone brauchbar. und ich denken vor allem auch an die entwicklung im bereich der betriebssoftware. anfangs konnte ich mit dem iphone nicht einmal ein mms versenden , heute geschieht da apple like very easy!
das ipad hat dasselbe potential. ich denke, dass wir noch eine ganze reihe erstaunliche dinge in den kommenden monaten sehen werden. es wäre durchaus möglich, dass es ein neues zeitalter im umgang mit computerware eingeläutet hat.

gruss von deif
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Re: gedanken zum ipad

Beitragvon bernd am 01.02.2010 13:46

@martin:
das mit der zensur ist ein interessanter gedanke. besonders dann, wenn es um journalistische angebote gehen wird. ich kann mir jedoch nicht vorstellen, daß apple den freien journalismus beschneiden will ("wenn eine zeitung negativ über uns schreibt, kommt die da nicht rein"). das wäre der super-gau für die liberalen wertevorstellungen, für die apple bekannt ist (zb. mit der 100000¢ spende gegen "california proposition 8"). die frage ist eher, ob eine zeitung, die negativ über apple schreibt, auf das ipad will. das würde deren image vielleicht nicht gut tun.
wenn sich das zeitungsmodell auf dem ipad durchsetzt (was für die meisten beobachter jetzt vielleicht nicht mehr ganz so exotisch wirken wird, wie der damalige erste versuch mit itunes und dem ipod), weden genug mitbewerber auf den zug aufspringen, so daß jede zeitung ihre plattform finden wird, auf der sie sich zu wort melden möchte. für das traditionsunternehmen new york times ist es natürlich werbewirksam, gleich am anfang dabei zu sein. und dann auch noch auf dem ipad :-)
wenn apple ebenso bücher aus dem ibook-store aussperrt und kunden diese bücher unbedingt lesen wollen, dann kaufen sie diese bücher wonaders. nachteil für apple. ich glaube, daß wir uns bei büchern und zeitungen/zeitschriften genausowenig geadnken machen müssen, wie bei den songs in itunes. da findet soch so ziemlich alles, soweit es nicht aus irgendwelchen moralischen gründen auf dem index steht (obwohl es da zugegebener maßen bei itunes auch schon ausrutscher mit musik aus der rechten ecke gab).

was die apps angeht, sieht das aber anders aus. im gegensatz zu einem buch, einem musikstück oder einer zeitung, kann eine app "selbständig handeln". und genau deswegen wird hier so retriktiv vorgegangen. sollte irgend ein programm hier mist machen, wäre der schaden für das system (und natürlich auch für apples image) enorm. von vielen programmen, die geblockt werden, wissen wir nicht mal im detail warum. wir bekommen in der regel nur die ablehnungen mit, die sehr emotionales natur sind, da solche ereignisse medienwirksamer sind, als die vielen vielen ablehnungen, die es mit sicherheit aus technischen gründen gibt. und bei vielen apps wundere ich mich, daß die überhaupt einen web in den stire finden: was ich will denn mit einem bierglas-simulator auf dem iphone. kann man ja garnicht drinken, das zeugs :-)
und was netshare im besonderen angeht: apple hat sich in verschiedenen ländern an feste provider gebunden. und die sind das nadelöhr. bei uns wollte t-mobile ganz einfach nicht, daß man das iphone als modem nutzen kann. mittlerweile geht das, aber nur mit einem entsprechenden aufpreis. und das sogar für kunden der ersten generation, denen dieses feature als vertragsbestandteil zugesichert wurde. nur weil das technisch beim ersten iphone noch nicht ging (firmware), konnte t-mobile jetzt ihre kunden im wald stehen lassen. und wenn ich sehe, daß die "flat-rate" in meinem t-mobile-vertrag schon nach 300mbyte/monat beschränkt werden kann, kommt da garkeine lust auf, das iphone zusätzlich als modem zu nutzen.
ebensowenig habe ich aber lust, das iphone per jailbreak für andere netze tauglich zu machen. mittlerweile gilt es als gesichert, daß diese prozedur wichtige sicherheitsaspekte des iphones außer betrieb setzte. ein derartig aufgebohrtes iphone ist sehr einfach von außen anzugreifen und zu manipulieren. das sicher ein weiterer grund, warum apple bei dem apps (und meiner meinung nach nur dort) so retriktiv ist.

@deif:
es ist tatsählich so, daß die geräte der ersten generation im rückblick irgendwie - naja - plump wirken. ich bin mir sicher, daß man beim ipad auch viel mehr hätte machen können. aber das hätte apple nicht nur zukünftige umsätze verhagelt (ironie), sondern das teil auch viel teurer gemacht. so kosten die neuen OLED-displays zur zeit noch das zehnfache gegenüber dem verbauten LCD-display. wenn apple diesen markt schnell für sich gewinnen will, müssen sie wohl so günstig wie möglich einsteigen.

grüße
bernd
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Re: gedanken zum ipad

Beitragvon Reiner am 01.02.2010 22:55

Guten Abend Miteinander.

Ich bin zwar kein "computer freak" aber aus beruflichen Gründen musste ich es ein
Stück weit werden.
Aber ich finde es faszinierend, was heute technisch alles machbar ist.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, ich wohnte mit einem Physikstudenten in
einer WG zusammen und der hatte eine alten Sharp Computer....
Datensicherung.... ging auf MC und für die Liederfolien in der Gemeinde hat er extra die
Buchstaben in der richtigen Grösse noch selber programmiert und das ganze ist jetzt "erst 20" Jahre her.
Und nun kann ich Meldungen aus aller Welt in Windeseile auf dem Bildschirm haben, brauche keine Lesehilfe, denn
ein zwei Mausklicks später hab ich die Grösse die ich will und ......
Ach ja der ipad.....
Nein auch ich glaube nicht, das Apple da eine Zensur rein bringen wird....
Aber ist Zeitung lesen nicht auch schon sich einer Zensur der Zeitung beugen, je nach Prägung der selbigen
Und welchen Meldung "darf" man denn wirklich noch trauen ????
Nicht nur am 1.April strotzen viele Medien von Fehlmeldungen, weil sie gutgläubig auf was reingefallen sind,
oder unsauber recherchiert haben(oder ganz darauf verzichteten)

Ich denke nicht das sich das ipad zu meiner bunten Mac Familie im Haus gesellen wird (jedenfalls nicht in naher Zukunft)
denn für meine Bedürfnisse habe ich jetzt erst einmal genug Mac's im Haus (aber man sage niemals nie).
Aber die es nutzen können, denen wünsch ich viel Freude damit.....
Auch ich lese Bücher vorderhand lieber im "Papierform" und
wenn ich so meine Frau im Hintergrund die Zeitung lesen höre, das leise Geraschel der Blätter....
ich glaube die würde mir was anderes erzählen, wenn ich ihr ein ipad unter die Nase halte und
ihr sage: "so liest man heute Zeitung......
Herzliche Grüsse aus einer der schönsten Gegenden der Schweiz
dem Berner Oberland.

Reiner
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Re: gedanken zum ipad

Beitragvon bernd am 18.02.2010 02:40

hallo zusammen,

das hier als interessantes upate zum thema: ipad und neue medien:
http://www.macnews.de/news/14908/streit-ums-ipad-verlage-zwischen-tradition-und-aufbruch/

lg
bernd
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