vorweg: das ipad gehört im prinzip in die ecke "hardware". das, was mich dazu beschäftig ist aber allgemeinerer natur und passt meines erachtens ganz gut in die lounge. der eine oder andere gedanke ist sicher auch etwas kontrovers. gerade deshalb würde ich mich auf eure statements freuen
mein verhältnis zu computern ist vermutlich anders, als das der meisten anwender (von ausnamen in diesem forum abgesehen
im rückblick meine ich, daß die 70ger und 80ger wohl die innovativste zeit in der computergeschichte waren. was wir seither versuchen, ist, das bestehende schneller, effizienter und kleiner zu bekommen. etwas wirklich bahnbrechendes, das unser leben derartig auf den kopf gestellt hätte, wie zb. die erste cpu auf einem einzigen chip, war schon lange nicht mehr zu vernehmen.
ein nebeneffekt der kontinuierlich verbesserten hard- und software ist mittlerweile ein anderer umgang mit den zu verarbeitenden daten selbst. seit einigen jahren digitalisieren wir ganz selbstverständlich die unterschiedlichsten medien und machen sie so schnell und unkompliziert der welt verfügbar. musik via mp3-player zu hören ist schon normal. ganz zögerlich kommen auch die ersten bücher in der digitalen welt an (wobei ich ein buch am liebsten immer noch gedruck in der hand halte, es aber ungemein praktisch finde, wenn ich fachliteratur, handbücher, dokumentationen, usw. elektronisch vor mir habe).
das alles ging bislang auch schon mit verschiedenem gerät (mp3-player, ebook-reader) oder kombiniert in produkten wie dem iphone (auch wenn da das lesen von büchern nicht ganz so entspannend ist
seit einiger zeit schon brechen den zeitungsverlagen die umsäzte weg und viele traditionsunternehmen befinden sich in krisen. einige zeitungen haben sich auf reine online-ausgaben beschränkt. so zb. die seattle post intelligencer. die "pi" wurde 1863 als seattle gazette gegründet und stellte nach 146 jahren ihre gedruckte ausgabe ein.
das ipad schafft nun eine plattform, mit der man tageszeitungen (und zeitschriften) in einem abo-modell drahtlos beziehen kann. sicher wird dieses modell nachteile für eine ganze reihe von branchen haben, bietet aber auch den vorteil, resourcen zu schonen, weil ein lesegerät unzählige printmedien täglich aktuell vorhalten kann. in deutschland erscheinen zur zeit ca. 10.000 titel mit einer gesamtauflage von etwa 400 millionen exemplaren. man stelle sich dieses potential vor!
und um noch einen sprung in die zukunft zu machen:
vor 4 tagen twitterte brent spiner (star trek > data), daß ihn das ipad stark an captain picard erinnere, der im readyroom der enterprise mit ähnlichen computer zugange ist. vielleicht ist das auch nur eine frage der zeit, bis wir mit einem sprachgesteuerten ipad der x-ten generation auf das gesamte wissen unserer zivilisation zugreifen können.
man darf gespannt sein.
grüße
bernd
